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Hörbuch der Woche

„KAFKA PRIVAT: WER TRAUT SICH DAS? Der Blick durchs Schlüsselloch ins Allerheiligste des Genies: von jeher allseits beliebt, um sich die Entrückten auf das Format unseres wenig genialischen Alltags zurechtzustutzen. Und so ist höchste Vorsicht geboten, kündigt uns jemand an, er / sie wolle uns einen der ganz Großen »von seiner ganz privaten Seite« zeigen. Nicht so, wenn sich Petra Preuß und Falko Glomm mit dieser Intention an Franz Kafka und seinem Beziehungsleben versuchen: Entlang von Originaltexten Kafkas und seiner Mitwelt nähern sie sich an – leise, behutsam. Wartende Stille oder «Warum Kafka sich nicht traute» heißt ihre CD.“

DIE PRESSE Spectrum. 9. Dez. 2006
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Geschriebene Küsse an Franz Kafka
“… Sein stetiger Wechsel im Gemütszustand wie in seinen Liebesverhältnissen brachte viel Unruhe in das Leben des am 3. Juli 1883 geborenen Juristen und Schriftsteller Franz Kafka. Der Berliner Kaleidophon-Verlag hat Kafkas Befindlichkeiten zu einer akustischen Collage verarbeitet. 60 Minuten lang entführt uns das kleine, feine Hörstück in die ganz private Welt von Kafka. Man erlebt einen sensiblen, lustigen, traurigen und sehnsüchtigen Mann. Man begegnet dem Romantiker und dem Schriftsteller, dem Kranken, dem Liebenden – und dem Egomanen. „Wartende Stille. Warum Kafka sich nicht traute“ ist der tragische und sehr bezeichnende Titel der Hördokumentation…“ 

Hilde Meier für Kultura-Extra.de  6. Juli 2007

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"... Diese Collage aus Briefen und Tagebucheintragungen, als einfühlsamer Dialog inszeniert und von Petra Preuß und Falko Glomm trefflich vorgetragen, erzählt vom Leiden an den verkorksten Lieben, spekuliert über Kafkas lebensuntüchtige Sensibilität, seine Sehnsucht nach Bindungen, seine Ängste und Beziehungsunfähigkeit. Vor allem die »Briefe an Milena« Jesenská sowie ihre Korrespondenz mit Max Brod reflektieren die unglückliche Zerrissenheit des Autors. Ein düsteres, melancholisches Vergnügen, zu dem die musikalische Untermalung durch das Panocha-Quartett mit trübsinnigen Fragmenten aus Leos Janáceks zweitem Streichquartett vorbildlich beiträgt. Nicht nur für Singles der perfekt Einstieg in eine späte Novemberdepression."

Kai Schmidt für tip, Nov. 2006

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Stehender Sturmlauf
„ … Diese Produktion des Kaleidophon- Verlags geht anhand verschiedenster Quellen in einem dem Verlagsnamen angemessenen Kaleidoskop noch einmal der Frage nach, warum Kafka Zeit seines Lebens Junggeselle geblieben ist. …
„Wartende Stille“ zeigt … einmal mehr die faszinierende Persönlichkeit Franz Kafkas, seine Zerrissenheit, seinen Humor, den Charme des jungen Schriftstellers und die Angst des älteren vor dem Junggesellendasein, das sein unumgängliches Schicksal war. Denn die Angst, in der Ehe die Fähigkeit zum Schreiben zu verlieren, war zu groß.“

Tina Manske für TITEL-Magazin, Dez. 2006

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Kafka – er ist der Sonderling in der Dichtung. Gut, alle Dichter sind Sonderlinge, aber Kafka ist eben etwas sonderbarer als die Sonderbaren. Sein Leben und Werk ist eine Sammlung fragmentarischer Fragezeichen. Einige der Rätsel greift das Hörbuch „Wartende Stille. Warum Kafka sich nicht traute“ auf.
Mit überraschenden, aber unaufdringlichen akustischen Ideen und stimmiger Musik inszeniert geht es insbesondere der Frage nach, warum Kafka zeitlebens konfliktgebeutelt die einsame Dichterexistenz dem greifbaren Familienglück vorzog. Kam er nicht aus der Rolle des „ewigen Sohns“? War es seine Angst vor Nähe und dem Fleisch? Oder vor dem Verglühen seiner Schaffenskraft im Angesicht einer festen Beziehung? 
Auf diese Fragen gibt es keine eindeutige Antwort. Wäre auch langweilig. Das Hörbuch bietet – vor allem in Form von Briefwechseln und Notizen Kafkas – aber anregende Bausteine zur mentalen Rekonstruktion und Spekulation. – „Wartende Stille. Warum Kafka sich nicht traute.“ ist eine spannende Produktion und in der Tat ein kafkaeskes Erlebnis.

Christian Liederer für www.bloom.de